Was für ein Pilzherbst! Bei unseren beiden Veranstaltungen wurden die Körbe reichlich gefüllt, Pilze neugierig bestimmt und so manche Fundstücke später gemeinsam probiert. Bei unserer bildungspolitischen Pilzwanderung in Parthenstein bis zum Naturfreundehaus Grethen und der geführten Pilzwanderung mit gemeinsamem Kochen in der Wilthener Hütte waren die jeweils 25 Plätze innerhalb weniger Tage ausgebucht. Jung und Alt, erfahrene Pilzsammler*innen und neugierige Anfänger*innen waren mit Begeisterung dabei.
In Wilthen ging es bei strahlendem Sonnenschein für zwei Stunden in den Wald. Tristan Jurisch, einer der jüngsten Pilzsachverständigen Sachsens, bestimmte die Funde und konnte mit geschultem Blick sowie Geruchs- und Geschmacksproben schnell sagen, welche Pilze in die Pfanne durften. Anschließend wurden die gesammelten Pilze gemeinsam mit den Teilnehmenden zubereitet. Mit Sauerteigbrot, frischem Salat und Kartoffeln entstand eine leckere Mahlzeit.
In Parthenstein standen neben den Pilzen auch gesellschaftliche und historische Themen im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Naturfreundejugend Leipzig wanderten wir zum Naturfreundehaus Grethen. Dort beschäftigten wir uns mit der Geschichte und den Werten der NaturFreunde sowie mit dem antisemitischen Kinderbuch „Der Giftpilz“ von 1938, das Pilze als Bild für die menschenverachtende NS-Propaganda gegen Jüdinnen und Juden nutzte. Auch ein Blick in die Mitgliederzeitschrift Der Wanderer aus dem Jahr 1922 zeigte, dass Pilze die NaturFreunde schon lange beschäftigen. Anschließend hieß es: Augen auf und ab in die Pilze! Die Teilnehmenden durchstreiften den Wald, sammelten ihre Funde und lernten bei einer Einführung wichtige Unterscheidungsmerkmale verschiedener Pilzgruppen kennen.
Ihr möchtet selbst eine Pilzwanderung in eurer Ortsgruppe organisieren? Eine Übersicht der Pilzsachverständigen in Sachsen findet ihr bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie: www.dgfm-ev.de.
Autorin: Holly Erthel & Luisa Graf



